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27.11.2016 bis 08.01.2017
Gerda und Max Kratz
Kunst im öffentlichen Raum und Kleinplastik


Gerda Kratz (1926 – 2011)

studierte von 1946 bis 1947 an der Meisterschule für das gestaltende Handwerk in Düsseldorf und bei dem Bildhauer Willi Hoselmann. Von 1948 bis 1949 besuchte sie die Bildhauerklasse von Adolf Wamper an der Folkwangschule in Essen und von 1950 bis 1952 studierte Gerda an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller und Joseph Enseling. Sie und ihr Ehemann Max Kratz bildeten eine langjährige Arbeitsgemeinschaft in ihrem Atelier in Grafenberg. Gerda Kratz beteiligte sich an Ausstellungen und Wettbewerben. Es folgten Museumsankäufe und Aufträge für Arbeiten im öffentlichen Raum. Gerda Kratz war seit 1984 Mitglied des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen und des Künstlervereins Malkasten.


Ihre Arbeiten, beispielsweise „Im Eimer“, „Das große Fressen“ oder „Eierköpfe“ sind geprägt durch kugelförmige Figuren. Gerda Kratz war eine Gerresheimer Künstlerin, die hohes handwerkliches Können mit Ideen und Humor verband. Sie beobachtete Erscheinung und Verhalten ihrer Mitmenschen, um ihre Motive zu finden. Sie interpretierte mit Hintersinn und Humor. Angesprochen auf eine Präsentation ihrer eigenen Werke reagierte sie freundlich ablehnend. Das erschien ihr nicht vorrangig.


1991 gründete sie die Prof.-Max-Kratz-Stiftung in Solingen. Als Stiftungsvorsitzende förderte sie Ausstellungs- und Katalogprojekte und setzte sich dafür ein, große Bronzefiguren ihres Ehemanns aufzustellen.


Max Kratz (1921-2000)

Der Remscheider des Jahrgangs 1921 erlebte die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte. Im Jahr des Kriegsausbruchs 1939 begann er eine künstlerische Ausbildung. Zwei Jahre besuchte er die Krefelder Werkkunstschule, legte eine Gesellenprüfung als Goldschmied ab und begann sein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf. Dann wurde er zum Militär einberufen. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft setzte er sein Studium an der Akademie fort. Dort waren die renommierten Professoren der Zeit vor 1933 vertrieben worden. Max Kratz musste seinen künstlerischen Weg selbst finden. 1970 wurde er Dozent an der Folkwang - Hochschule in Essen.


Von 1973 bis 1985 wirkte er als Professor an der Essener Gesamthochschule und lehrte im Fachbereich Kunst und Design. Mit der Stadt Solingen war Max Kratz lange Jahre verbunden: Im Städtischen Krankenhaus, im Foyer des Theater und Konzerthauses und im Walder Stadtpark prägen seine Skulpturen den öffentlichen Raum. Seit 1963 war der Bildhauer im Kunstbeirat der Stadt tätig. Der Stadt Solingen vermachte die Prof.-Max-Kratz-Stiftung 134 seiner Werke, von denen sich die meisten im Museum befinden. Seine Werke für den öffentlichen Raum findet man in über einhundert deutschen und ausländischen Städten.


Neben den zahlreichen Skulpturen im öffentlichen Raum, ist Max Kratz durch seine sakralen Arbeiten bekannt geworden, die in 85 Kirchen und an anderen Orten vertreten sind. Altäre, Taufbecken, Kirchenbänke, Altarwände, Tabernakel, Portale, Außenflächen, Kreuzwege und Altargerät wurden von ihm entworfen. Bei den freien Arbeiten steht die Darstellung des Menschen im Mittelpunkt seines Schaffens. Kubistische und expressionistische Einflüsse werden hier deutlich. Max Kratz schuf daraus seinen unverwechselbaren Stil.