Foto: Tommy Scheer

73. Internationale Bergische Kunstausstellung

Vom 30. August bis 27. Oktober 2019 zeigt das Kunstmuseum Solingen die 73. Internationale Bergische Kunstausstellung. Die heterogene Schau, die traditionell unter keinem vorgegebenen Motto steht, gibt einen Einblick in das vielfältige Kunstschaffen der Region. Viele der teilnehmenden Künstler sind Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie und bereits durch überregionale Ausstellungen bekannt. Es gibt aber auch noch wenig bekannte Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung zu entdecken, die am Anfang ihrer Karriere stehen und bereits ein eindrucksvolles Werk vorweisen können. Die Jury hat aus 230 Bewerbungen die innovativsten und spannendsten Ansätze ausgewählt.

Folgende Künstlerinnen und Künstler sind in der Ausstellung vertreten:

Helena Biermann
Malte Bruns
Felix Contzen
Yutao Gao
Johanna Honisch
Sangchul Lee
Jonas Maas
Conrad Müller
Beatrice Richter
Lisa-Julie Rüping
Maximilian Klemens Sänger
Barbara Schmidt
Émile V. Schlesser
David Semper
Tristan Wilczek


Der mit 5.000 € dotierte Internationale Bergische Kunstpreis der NATIONAL-BANK AG geht an:

Silke Schönfeld (*1988 in Idar-Oberstein)

2014 – 2018
Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Marcel Odenbach, Abschluss Diplom

2013 – 2018
Kunstakademie Münster, Freie Kunst bei Prof. Aernout Mik, Abschluss Diplom

2018
Ernennung zur Meisterschülerin durch Prof. Aernout Mik

Silke Schönfeld erhält den 73. Internationalen Bergischen Kunstpreis für ihr Video „kommt und guck selber“, 2015, HD Video


Begründung der Jury:

Die Zweikanal Videoinstallation „kommt und guck selber“ zeigt eine junge Lehrerin, die in einem leeren Klassenzimmer einen Aufsatz korrigiert. Der Bericht entspricht den Untertiteln eines IS-Propaganda Videos, die mit allen orthographischen und grammatikalischen Fehlern transkribiert wurden. Die Lehrerin korrigiert den Text, dessen Herkunft und Autor unbekannt bleibt, ohne auf den Inhalt zu achten. Silke Schönfeld hinterfragt mit ihrer Arbeit die reglementierte Routine unseres Systems, das formale Normen über Inhalte stellt. Deren Brisanz bleibt so unentdeckt. Die Aktion steht metaphorisch für ein Gesellschaftskonstrukt, das Missstände übersieht, weil schematisches Handeln nicht ausreicht. Stattdessen ist kritische Reflektion notwendig, um komplexe gesellschaftliche Strukturen sensibel zu erfassen.

Abbildung: Silke Schönfeld, Videostill, „kommt und guck selber“, 2015
Portrait Silke Schönfeld, Foto: Tommy Scheer


Der Preis der NATIONAL-BANK AG wird anlässlich der Eröffnung am Freitag, den 30.08.2019 um 19 Uhr
von Herrn Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes der NATIONAL-BANK AG, verliehen.

Die Besucher entscheiden mit ihrer Stimme über den Publikumspreis in Höhe von 1.500 €,
der zum Ende der Ausstellung von der Stadt-Sparkasse Solingen verliehen wird.


Jurymitglieder waren in diesem Jahr:

Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes, NATIONAL-BANK AG, Essen
Christoph Kohl, Leiter Märkisches Museum Witten
Katharina Maderthaner, Künstlerin, Düsseldorf
Julia Ritterskamp, Kunsthistorikerin, Kuratorin, Düsseldorf
Dr. Christoph Schreier, Stellvertretender Direktor, Kunstmuseum Bonn
Gisela Elbracht-Iglhaut, Stellvertretende Direktorin, Kunstmuseum Solingen


Ausstellung: 30.08. bis 27.10.2019
im 
Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen
Informationen: Gisela Elbracht-Iglhaut 0212-2581417
info@kunstmuseum-solingen.de

Es erscheint ein Katalog.