19.03. bis 24.04.2022
ZEITREISE 1817 – 2022

Friederich August De Leuw (1817 – 1888) und Hiroyuki Masuyama (*1968)

Bilder aus dem 19. Jahrhundert des aus Gräfrath stammenden Malers Friedrich August de Leuw werden Werke von Hiroyuki Masuyama gegenübergestellt, der seine Fotografien im 21. Jahrhundert digital bearbeitet.

Beide Künstler haben an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Dabei war der 1968 in Japan geborene Künstler auf der Suche nach den gleichen Landschaftsvorbildern wie De Leuw, die er mit digitaler Technik zeitgemäß wiedergibt. Der bekannte Felsen „Rheingrafenstein“ an der Nahe diente zahlreichen Malern der Romantik als Motiv. Friedrich August De Leuw war 1876 an diesem markanten Ort, um zu malen. Zur gleichen Zeit hielt sich William Turner dort auf, um in der Natur zu skizzieren.

Hiroyuki Masuyama fotografierte den Felsen aus gleicher Perspektive wie die Maler des 19 Jahrhunderts. Hunderte digitaler Fotografien fügte er zu einem Bild zusammen, das mit Hilfe von Licht und Leuchtkasten zu spektakulärer Wirkung gelangt. Neben der kunsthistorischen Analyse der verschiedenen Epochen thematisiert Hiroyuki Masuyama die Ästhetik von Landschaft. Wie unterscheidet und wie gleicht sich das emotionale Verhältnis des Menschen zur Natur im Laufe der Jahrhunderte? Der Vergleich der beiden Positionen eröffnet zahlreiche spannende Perspektiven und stellt tiefgründige Themen in den Fokus: Was verbindet den digital geprägten Menschen mit der Romantik des 19. Jahrhunderts? Warum ist die Sehnsucht nach Landschaft und Natur durch alle Zeiten ein Grundbedürfnis menschlichen Empfindens? Wie vermittelt Kunst als Ausdrucksträger dieses Empfinden in der Gegenwart? Die Ausstellung gibt Antworten, die rational und emotional erlebbar sind und den Horizont erweitern.

nachfolgende Abbildungen:
Rheingrafenstein No. 1, Hiroyuki Masuyama
Rheingrafenstein No. 2, Hiroyuki Masuyama

Foto: Christian Beier

Abbildung:
Ein spektakuläres Exponat des Düsseldorfer Künstlers Hiroyuki Masuyama in der Ausstellung „Zeitreise“ ist eine große Holzkugel, die aus vielen tausend Holzdreiecken zusammengesetzt wurde. Wenn man in ihr sitzt und die Eingangsluke schließt, fällt Licht durch 30.000 kleine und größere Löcher ins Innere. Die Lichteinlässe sind wie die Sterne im Universum angeordnet.

Abbildung: Axel Mölkner-Kappl

19.03. bis 29.05.2022
Zukunft bedenken – Solingen lässt Mohnblumen blühen

Der Münchner Künstler Dr. Walter Kuhn wird gemeinsam mit Dr. Dieter Fervers 200 Mohnblumen, die als Mahnung für den Frieden und die Freiheit stehen, auf dem Vorplatz des Kunstmuseums Solingen installieren. Blutroter Klatschmohn galt nach 1918 in England und den Ländern des Commonwealth als Zeichen des Gedenkens für die Opfer des Ersten Weltkrieges.

Im November 2018 zeigte Walter Kuhn auf dem Münchner Königsplatz 3000 hüfthohe Mohnblumen und verwandelte den geschichtsträchtigen Ort zu einer raumgreifenden Installation mit Symbolkraft: „NEVER AGAIN“ lautete das Motto. Es forderte auf zum Gedenken an die Opfer aller Kriege. Zugleich war es der Aufruf, Gewalt und Krieg weltweit energisch entgegenzutreten.

Auch heute herrscht in vielen Teilen der Welt Krieg, verlieren Menschen ihr Leben, erleiden Elend, Flucht und Vertreibung. Wir alle sind aufgerufen, hiergegen anzugehen, gleich wo wir sind.

In Solingen stehen die Mohnblumen als Mahnblumen für Vergangenes, aber auch als Sinnbild für eine menschenwürdige Zukunft. Das Motto lautet: „Aus Vergangenheit lernen, Zukunft bedenken“. Die Mohnblume führt uns als Symbol von Tod und Leid zugleich mit ihrer positiven, einem glücklichen Leben zugewandten Kraft dazu, Gegenwart und Zukunft lebenswert zu gestalten. Wir haben einen Traum, der Gestalt gewinnen soll: werteorientiert leben in Frieden und Freiheit, auf einem heilen Planeten.

Damit das geschieht, müssen wir uns alle anstrengen und bei uns selbst anfangen. Armut, Ungleichheit, Unfreiheit, Gewalt, Missachtung der Menschenwürde, Verfall der Werte und der Sitten müssen wir aktiv und nachhaltig bekämpfen; unsere Erde, und damit auch wir Menschen, müssen dringend gerettet werden. Das ist die Botschaft unserer „Solinger Mohnblumen“, die vor dem Kunstmuseum weithin sichtbar erstrahlen, um in und außerhalb der Museumsmauern ein großes Publikum zu erreichen. Ergänzend zu den Blumen zeigen wir vor und in dem Museum vielfältige Texte und weitere Kunstwerke zu den Themen, um die es geht. Die Ausstellung auf dem Vorplatz ist vom 19. März bis zum 29. Mai 2022 zu sehen. Die Eröffnung fällt in die Woche gegen Rassismus.

Zum Künstler: Dr. Walter Kuhn (*1946) ist in Nürnberg aufgewachsen. Nach dem Studium lehrte er von 1976 bis 2011 Geografie und Stadtplanung an der TU bzw. LMU München. Seither ist er als politischer Künstler tätig. 2018 wurde er für den Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung nominiert und für seine Kunst- und Friedensaktion auf dem Königsplatz mit dem Preis der „Münchner Lichtblicke 2018“ ausgezeichnet.

Abbildung: Axel Mölkner-Kappl

25 Jahre Kunstmuseum Solingen

Anlässlich seines 25sten Jubiläums zeigt das Kunstmuseum Solingen 25 Kunstwerke, die mit ihrer Vielfältigkeit stellvertretend für den Bestand des Hauses stehen. Dazu wurden die Objekte in die fünf Kategorien “Landschaft”, “Portrait”, “Abstrakt”, “Tiere” sowie “Menschen in Aktion” aufgeteilt.

Bei den ausgewählten Darstellungen handelt es sich um Kunstwerke verschiedener Zeiträume: Von einem Portrait aus dem 17./18. Jahrhunderts über eine regionale Landschaftsmalerei Solingens aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu einer kubistisch anmutenden Tierdarstellung von 1951 wird der Facettenreichtum der Sammlung des Kunstmuseums Solingen eindrücklich wiedergegeben.

Ausgestellt sind unter anderem Werke von Georg Meistermann, Friedrich August de Leuw, Max Kratz und Helge Tanck. Besondere Berücksichtigung gilt hier auch den weiblichen Künstlern. Das Kunstmuseum zeigt unter anderem Werke von Künstlerinnen wie Herma Körding, Anneliese Everts sowie Gustava Engels von Veith.

Zu entdecken gibt es einiges. So etwa einen Tier- und Jagdszenenmaler der Düsseldorfer Malerschule, eine talentierte Künstlerin, die mit einem bekannten Solinger Maler verheiratet war, einen deutschstämmigen Künstler mit Werken im Museum of Modern Art in New York sowie einem Gräfrather Landschaftsmaler.