Foto: Christian Beier

Museumskonzerte 2021 / 2022
„Junge Pianisten Elite“

 

Yulianna Avdeeva

Aus dem prestigeträchtigen Internationalen Chopin Wettbewerb in Warschau, der nur alle fünf Jahre stattfindet, ging die russische Pianistin Yulianna Avdeeva 2010 als Siegerin hervor. Damit wurde zum ersten Mal seit Martha Argerichs Triumph im Jahr 1965 der erste Preis wieder einer Frau zuerkannt – der insgesamt vierten überhaupt. Dieser Gewinn markierte für sie den internationalen Durchbruch und ebnete ihr den Weg zu ihrer Weltklasse-Karriere. Dank ihrer außerordentlichen künstlerischen Präsenz und großen Musikalität behauptet sie einen souveränen Spitzenplatz in der Musikszene ihrer Generation..

Auf ihrem Terminkalender für die Saison 2019/2020 standen Debüts mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel, dem Baltimore Symphony Orchestra unter Marin Alsop, eine Wiedereinladung des Pittsburgh Symphony Orchestra unter Sir Mark Elder, Tourneen im asiatisch-pazifischen Raum mit den Sydney und Melbourne Sinfonieorchestern, japanischen Orchestern sowie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und den Bamberger Symphonikern. Weitere Highlights waren neue Orchester-Kooperationen mit dem SWR Symphonieorchester, dem Gürzenich Orchester Köln, den Dresdner Philharmonikern. Zu den jüngsten Höhepunkten gehörten ihre Debüts bei den Salzburger Festspielen und dem Luzern Festival, in der Alten Oper Frankfurt und der Elbphilharmonie Hamburg, sowie eine Europa Tournee mit der Academy of St. Martin in the Fields, um nur einige zu nennen.

Yulianna Avdeeva begann ihre Ausbildung als Fünfjährige an der berühmten Gnessin Musikschule in Moskau und studierte später bei Konstantin Scherbakow in Zürich. Wertvolle Impulse erhielt sie an der renommierten International Piano Academy Lake Como bei den hochkarätigen Pianisten Dmitri Bashkirov, Boris Berman und Fou Ts´ong.

Nach ihrem ersten Auftritt 2013 bei den Museumskonzerten kehrt sie jetzt mit einem interessanten außergewöhnlichen Programm zurück ins Kunstmuseum anlässlich dessen 25-jährigen Bestehens.

Martin James Bartlett

Der britische Pianist Martin James Bartlett, Jahrgang 1996, spielte bereits für die Queen zu deren 90. Geburtstag und für die First Lady von China. Im Alter von 17 Jahren wurde er von der BBC zum BBC Young Musician of the Year gekürt, und damit erhielt seine Karriere einen entscheidenden Schub. Er erhielt Einladungen von dem BBC Symphony Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Bournemouth Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Tokyo Symphony Orchestra sowie zu Rezitalen in ganz Großbritannien. Ein Jahr später gab er sein Debüt bei den BBC Proms gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra mit Gershwin’s Rhapsody in Blue.

2017, während er noch als Student am Royal College of Music in London eingeschrieben war, schaffte er es beim renommierten Wettbewerb Van Cliburn Wettbewerb in den USA ins Viertelfinale. 2019 gewann er die Young Concert Artists International Auditions in New York.

In der Konzertsaison 2018/2019 debütierte er mit dem BBC Philharmonic, dem BBC National Orchestra of Wales und trat mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra in der Royal Albert Hall mit Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 auf. Er gab Konzerte beim Riga Jurmala Festival und dem Biarritz Festival. Beim Bad Kissinger Klavierolymp gewann er den zweiten Preis und den Publikumspreis und feierte einen großen Erfolg bei seinem Debüt beim Klavier-Festival Ruhr. Auf Einladung von Sir Andras Schiff nahm er an dessen Meisterkurs im Zuge der Salzburger Mozartwoche teil.

In den Eröffnungswochen der Saison 2019/20 ist er bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und am Piano Aux Jacobins in Toulouse aufgetreten. Er spielte mit dem Tokyo Symphony Orchestra unter Mark Wigglesworth und erneut mit dem Birmingham Symphony Orchestra und wurde zur Rising-Star-Reihe und dem Verbier Festival eingeladen.

Annika Treutler

Im Alter von gerade 21 Jahren schloss die in Detmold geborene Annika Treutler ihr Studium bei dem bekannten Pianisten und Klavierpädagogen Martin Kirschnereit an der Musikhochschule in Rostock ab – mit der Höchstpunktzahl. Ihr Konzertexamen absolvierte sie an der Musikhochschule Hannover bei Bernd Goetzke. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie von Elisabeth Leonskaja, Leif Ove Andsnes und Murray Perahia. Sie wurde bei nationalen und internationalen Wettbewerben mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der internationale Musik Wettbewerb in Montreal und der internationale Klavier-Wettbewerb Gina Bachauer, der zweitgrößte Wettbewerb in den USA.

Ihr Debüt in der Berliner Philharmonie 2010 war der Beginn ihres Karrierewegs, der sie in die nationalen und internationalen Konzerthäuser führte. Auf ihrem Terminplan für die Saison 2019/2020 standen Auftritte in der Wigmore Hall in London, dem Wiener Konzerthaus, der Laeiszhalle Hamburg, der Glocke Bremen, dem Concertgebouw Amsterdam, in Barcelona und Vietnam sowie bei den Niedersächsischen Musiktagen und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Zu den Höhepunkten ihrer intensiven kammermusikalischen Tätigkeit zählen Auftritte mit dem Pianisten Kit Armstrong, dem Cellisten Daniel Müller-Schott, dem Hornisten Felix Klieser.

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz spielte sie zusammen mit dem Radio Symphonie Orchester Berlin Werke des im KZ ermordeten Komponisten Viktor Ullmann ein, dessen 3. Sonate auf ihrem Programm beim Museumskonzert steht. Für diese Einspielung wurde sie im Oktober 2020 mit dem renommierten „Opus Klassik“ ausgezeichnet.

Fabian Müller

Fabian Müller konnte sich in den letzten Jahren als einer der bemerkenswertesten deutschen Pianisten in der jungen Musikszene etablieren. Für großes Aufsehen sorgte er 2017 beim Internationalen ARD-Wettbewerb in München, wo ihm nicht weniger als fünf Preise zuerkannt wurden. Bereits 2013 hatte er international auf sich aufmerksam gemacht, als er beim renommierten Busoni-Wettbewerb in Bozen mit drei Preisen ausgezeichnet wurde.

Diese Erfolge öffneten ihm die Türen zu den großen deutschen Konzerthäusern in Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Köln und München. Er gastierte bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Schwetzinger Festspielen, beim Heidelberger Frühling und wiederholt beim Klavier-Festival Ruhr, dem Treffpunkt der pianistischen Weltelite. Internationale Konzertengagements führten ihn nach Spanien, Frankreich, England, Italien, in die Niederlande und die Schweiz. Weitere Höhepunkte waren seine Debüts in der Carnegie Hall in New York und der Elbphilharmonie in Hamburg.

Neben seinen solistischen Projekten widmet sich Fabian Müller intensiv der Kammermusik. Darüber hinaus ist er künstlerischer Leiter der von ihm initiierten Kammermusikreihe „Bonner Zwischentöne“ bei der er mit namhaften Partnern auftritt. Und er engagiert sich im Bereich der Musikvermittlung für Kinder und Jugendliche: Beim Klavier-Festival Ruhr arbeitet er zusätzlich zu seinem solistischen Auftritt als Pianist an einem musikalischen Erziehungsprojekt mit über 300 Kindern, die sich auf schöpferische Weise mit moderner Musik auseinandersetzen.

Eva Gevorgyan

Die hochbegabte junge russische Pianistin Eva Gevorgyan wurde 2004 geboren und studiert zurzeit an der Zentralmusikschule des Tschaikowsky Konservatoriums, der Talentschmiede in Moskau. Weitere Inspirationen erhielt sie bei Meisterkursen unter anderen mit Pavel Gililov und Dmitri Bashkivov an der Internationalen Piano Akademie am Comer See.

Schon in ihren jungen Jahren wurde sie bereits bei mehr als 40 internationalen Wettbewerben in Europa und den USA ausgezeichnet, darunter die renommierten Van Cliburn und Cleveland Wettbewerbe in den USA, die für sie, wie sie selbst sagt, hervorragende Lernmöglichkeiten bedeuten.

Ihr Ruf einer Ausnahmebegabung brachte ihr Auftritte mit vielen internationalen Orchestern, darunter das Dallas Symphony Orchestra, das Luzerner Symphonieorchester, das Orchester des russischen Mariinsky Theaters, das Staatliche Sinfonieorchester Moskau unter so berühmten Dirigenten wie Laurence Foster, Vasily Petrenko und Valery Gergiev ein. Sie wurde zu zahlreichen Festivals in Europa und Israel eingeladen. 2019 gab sie ihr Debüt in der renommierten Royal Albert Hall in London.

Mit ihrer beeindruckenden Sensibilität, ihrer verblüffenden Technik und ihrer reifen musikalischen Intelligenz gilt sie als eine pianistische Sensation, die Publikum und Kritiker weltweit begeistert.
2019 wurde ihr bei den International Classical Music Awards der „Discovery Award“ zuerkannt. Der berühmte Pianist Evgeny Kissin, der 2020 vom Klavier-Festival Ruhr für sein Lebenswerk mit einem Preis und einem Stipendium, das an junge Künstler weitergegeben kann, geehrt wurde, gab dieses an Eva Gevorgyan weiter. Bei ihrem Debüt 2021 wird sie ein Programm spielen, das sie auch zum Museumskonzert mitbringen wird.

Bildnachweis:
Foto Yulianna Avdeeva © Christine Schneider
Foto Martin James Bartlett © Paul Marc Mitchell
Foto Annika Treutler © Neda Navaee
Foto Fabian Müller © Herf