Foto: Christian Beier

Museumskonzerte 2022 / 2023
„Junge Pianisten Elite“

 

Eva Gevorgyan

Die hochbegabte russisch-armenische Pianistin Eva Gevorgyan wurde 2004 geboren und studiert zurzeit an der Zentralmusikschule des Tschaikowsky Konservatoriums in Moskau, der Talentschmiede, aus der Pianistenlegenden wie Ashkenazy, Pogorelich und Berman hervorgegangen sind. Weitere Inspirationen erhielt sie bei Meisterkursen unter anderem von Pavel Gililov und Dmitri Bashkirov an der Internationalen Piano Akademie am Comer See.

Schon in ihren jungen Jahren wurde sie bereits bei mehr als vierzig internationalen Wettbewerben in Europa und den USA ausgezeichnet, darunter die renommierten internationalen Wettbewerbe Van Cliburn und Cleveland für junge Künstler in den USA. Beim berühmten Chopin Wettbewerb war sie im Oktober 2021 mit siebzehn Jahren die jüngste Finalistin. 2019 war ihr bereits bei den International Classical Music Awards der „Discovery Award“ als Entdeckung des Jahres zuerkannt worden.

Ihr Ruf als Ausnahmebegabung brachte ihr Auftritte mit vielen internationalen Orchestern, darunter das Dallas Symphony Orchestra, das Luzerner Symphonieorchester, das Orchester des russischen Mariinsky Theaters, das Staatliche Sinfonieorchester Moskau unter so berühmten Dirigenten wie Laurence Foster, Vasily Petrenko und Valery Gergiev ein. Sie wurde zu zahlreichen Festivals in Europa und Israel eingeladen. 2019 gab sie ihr gefeiertes Debüt in der renommierten Royal Albert Hall in London. Mit ihrer beeindruckenden Sensibilität, ihrer verblüffenden Technik und ihrer reifen musikalischen Intelligenz überzeugte sie nicht nur die große Martha Argerich, sondern auch den berühmten Pianisten Evgeny Kissin, der sie 2020 zur Stipendiatin des Klavier-Festivals Ruhr auswählte.

Robert Neumann

Er ist nicht nur ein hervorragender hochbegabter Pianist, er komponiert, er improvisiert gerne spontan, und er spielt Geige als Hobby. 2001 wurde er in eine Musikerfamilie geboren und ist dreisprachig aufgewachsen, mit Griechisch, Russisch und Deutsch. Bei einer Mutter als Pianistin und einem Vater, der Cello spielt, war das frühe Interesse für Musik fast unausweichlich: Erster Klavierunterricht mit vier Jahren, mit elf Jahren Jungstudent und mit fünfzehn bereits reguläres Studium an der Musikhochschule Freiburg, seit 2021 Masterstudium an der Hanns-Eisler Musikhochschule in Berlin. Sein Orchesterdebüt gab er mit dem Radiosinfonieorchester Stuttgart im Alter von acht Jahren. Später gastierte er u.a. mit dem Moscow Symphony Orchestra, den Stuttgarter Philharmonikern, der National Philharmonie Moldau, der Praga Philharmonic Camerata, dem Gewandhausorchester Leipzig.

2018 war er Artist-in-Residence beim Festival „Next Generation“ im schweizerischen Bad Ragaz, dazu kamen Auftritte beim Kissinger Sommer, bei den Schwetzinger Festspielen und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, beim Schleswig-Holstein Festival, den Interlaken Classics Bern.
Er gab Konzerte in der Stuttgarter Liederhalle, Tonhalle Zürich, Herkulessaal München, Salle Cortot Paris, Victoria Concert Hall Singapur, Gewandhaus Leipzig.

Bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben wurde er als Gewinner und Preisträger ausgezeichnet. Als „Ausnahmetalent“ und „eine der vielversprechendsten Begabungen“ erhielt er 2017 den International Classical Music Disvcovery Award. Der Südwestrundfunk förderte ihn seit 2018 als „SWR2 New Talent“ über mehrere Jahre durch Konzertauftritte, Studioproduktionen und Festivals und ermöglichte ihm eine große mediale Präsenz. 2021 erhielt er für sein Debüt-Album den begehrten Opus Klassik als bester Nachwuchskünstler des Jahres.

Yoav Levanon

Er hat alles, „um einer der besten Pianisten dieses Jahrhunderts zu werden“, schrieb begeistert das französische, weltweit verbreitete Musikmagazin Diapason über den damals sechzehnjährigen israelischen Pianisten Yoav Levanon nach seinem gefeierten Auftritt beim Festival aux Jacobins in Toulouse 2020. Inzwischen kann er heute mit gerade achtzehn Jahren auf eine beachtliche Liste von Preisen, Wettbewerben und Konzerten verweisen.

Die Saison 2019/2020 markiert den Beginn seines beeindruckenden Weltklasse-Karrierewegs, der ihn auf renommierte Bühnen zusammen mit hochkarätigen Partnern führt, wo er von Publikum und Kritikern wegen seiner außerordentlichen musikalischen Reife gefeiert wird:
2019 trat er als jüngster Pianist in der Geschichte des berühmten Verbier Festivals auf, sein Debüt-Solokonzert wurde weltweit auf medici. tv übertragen und erreichte das größte Online-Publikum aller Veranstaltungen des Festivals.
Er wurde zum „Piano Summit“ in Schloss Elmau eingeladen, wo er zusammen mit Martha Argerich auftrat. Beim Tsinandali Festival in Georgien spielte er zusammen mit dem großen Pianisten Sergei Babayan die Konzerte für zwei Klaviere mit Orchester von Mozart und Bach. Er gab sein Orchesterdebüt in Madrid und in Kanada mit dem Vancouver Symphony Orchestra. Zu weiteren Höhepunkten gehören sein Debüt in St. Martin-in-the-Fields in London, Rezitale in Berlin, München und Paris, Konzertauftritte im Concertgebouw Amsterdam sowie Konzerte mit dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Orchestre de la Suisse Romande in Genf.

Seine professionelle Klavierausbildung beginnt im Alter von drei Jahren, erster Bühnenauftritt mit vier, mit fünf Gewinn seines ersten Wettbewerbs in Israel. Mit sechs Jahren gewinnt er seine erste Goldmedaille bei einem Internationalen Wettbewerb in den USA und tritt in der berühmten Carnegie Hall in New York auf, mit sieben Debüt mit dem Israel Chamber Orchestra.

Yoav Levanon nimmt am „Piano Program for Outstanding Young Pianists“ am Jerusalem Music Center
teil und arbeitet am Künstler-Perfomance-Studio an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin. Zu seinen Mentoren gehören Murray Perrahia und Sir Andras Schiff. Anfang 2021 nahm er an einem Filmprojekt mit Daniel Barenboim teil.

Jeneba Kanneh-Mason

Sie sind jung, äußerst begabt und sorgen für Furore, wo immer sie einzeln oder gemeinsam auftreten, die sieben Geschwister der Familie Kanneh-Mason, die in einer Dokumentation in 3Sat TV im Februar 2022 vorgestellt wurden.

In ihrem Buch „House of Music Raising the Kanneh-Masons“ berichtet die Mutter Kadiatu Kanneh-Mason von ihrem aufregenden Alltag, sieben Kinder großzuziehen, an sich schon eine Herausforderung – dann stellt sich noch heraus, dass alle sieben musikalisch ausgesprochen talentiert sind. Erst starten Cellist Sheku, der die BBC Young Musician Competition 2016 gewann, und die älteste der sieben, die Pianistin Isata, die von Elton John entdeckt wurde, durch zu einer internationalen Karriere. Zusammen sind alle sieben Kanneh-Masons zu erleben, so im Londoner Barbican Center oder in der Royal Albert Hall bei einem der legendären BBC Proms Konzerte. Auf ihrem Karriereweg begleiten sie so prominente Musikschaffende wie Simon Rattle, Christoph Eschenbach, Daniel Hope.

Die neunzehnjährige Jeneba, die neben Klavier auch Cello spielt, studiert am Royal College in London. Sie war Finalistin in der Kategorie Klavier beim BBC Young Musician Wettbewerb 2018, Gewinnerin beim Internationalen Klavierwettbewerb in Lagny-sur-Marne 2014 in Frankreich und Nottingham Young Musician 2013. Sie hat zahlreiche Konzerte in England, Wales, Paris und in der Karibik gegeben. In London trat sie u.a. in der Royal Festival Hall und in der Royal Albert Hall auf, wo sie 2021 ihr BBC Proms Konzertdebüt gab. Dort war sie auch in der Neujahrsgala zu erleben. Zu weiteren Höhepunkten der Saison 2021/22 zählen Aufnahmen mit dem Radio Symphonieorchester Wien, Konzerte in der Wigmore Hall und der Academy of S. Martin-in-the-Fields. Beim Klavier-Festival Ruhr gibt sie 2022 ihr Debüt.

Alexander Krichel

Der Pianist und ECHO Klassik Preisträger Alexander Krichel ist bekannt für seine fesselnden Interpretationen der anspruchsvollsten Werke der Klavierliteratur. Der 1989 in Hamburg geborene Künstler fasziniert durch die Gegensätze, die er in sich vereint – bei ihm trifft Intellekt auf Musikalität, Sinn auf Sinnlichkeit, analytische Klarheit auf feurige Emotionen, nach dem Motto der russischen Neuhaus-Klavierschule: „Kalte Finger, kühler Kopf und heißes Herz“.

Mit zwei der größten russischen Pianisten der Gegenwart als Lehrer hat ihn die russische Schule besonders beeinflusst: Er war der letzte Student des großen Vladimir Krainev in Hannover, bei Dmitri Alexeev schloss er am Royal College of Music in London mit höchstem Prädikat seine Studien ab, verständlich, dass er eine besondere Beziehung zu Rachmaninow hat und dessen Werke wichtiger Teil seines Repertoires sind.

Heute ist er sowohl auf nationalen als auch internationalen Konzertpodien zuhause und von Berlin über Hamburg bis München und Wien, von London bis Kapstadt, New York bis Tokio, von Mexiko City bis Guangzhou in China zu erleben zusammen mit berühmten Dirigenten und namhaften Orchestern. Und er begeistert sein Publikum bei allen großen deutschen Festivals.

Zusätzlich zu seiner Bühnenpräsenz ist er Mitbegründer und künstlerischer Leiter des preisgekrönten Festivals „Kultur Rockt“ sowie künstlerischer Leiter der Reihe „Kammermusik am Hochrhein“ und festes Jurymitglied des Fanny Mendelssohn Förderpreises. Abseits des Klaviers begeistert er sich für Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Er engagiert sich für Projekte, die Kindern und Jugendlichen Zugang zur klassischen Musik verschaffen und setzt sich in der Hospizarbeit ein.

Bildnachweis:
Eva Gevorgyan © Evgeny Evtynkhov
Robert Neumann © Marco Borggreve
Yoav Levanon © Nir Slakman
Jeneba Kanneh-Mason © John Davis
Alexander Krichel © Uwe Arens/Sony classical