Foto: Christian Beier

Museumskonzerte 2019 / 2020
„Junge Pianisten Elite“

 

Elisabeth Brauß

Großes pianistisches Potential, eine beeindruckende stilstische Wandlungsfähigkeit und eine starke Ausstrahlung sind die Markenzeichen der mit vielen ersten Preisen ausgezeichneten jungen Pianistin Elisabeth Brauß, die schon jetzt zur Spitze der neuen Generation gehört. Sie stammt aus einer musikalischen Familie und beginnt als Sechsjährige mit ihrer Ausbildung in Hannover bei Elena Levit, der Mutter des inzwischen berühmt gewordenen Igor Levit. Mit zwölf Jahren wird sie am Institut für Frühförderung musikalisch Hochbegabter an der Musikhochschule Hannover aufgenommen. Seit 2010 setzt sie dort ihre Studien bei Bernd Goetzke fort.

Zielstrebig verfolgt sie ihren Karriereweg: Sie ist in der Elbphilharmonie in Hamburg, in der Tonhalle Zürich, im Mariinsky Theater in St. Petersburg, im Barbican Centre in London, im Konzerthaus Berlin zu hören, sie gibt Konzerte in den USA, in China, Taiwan und vielen europäischen Ländern, sie ist gern gesehener Gast bei den Festivals Heidelberger Frühling, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eine von sechs internationalen jungen Künstlern, die für die Saison 2018-2020 in das renommierte BBC New Generations Artists Scheme aufgenommen wurden, das außergewöhnliche junge Musiker beim Start zu ihrer internationalen Karriere fördert.

Einer der diesjährigen Höhepunkte ist ihr Debüt beim Klavier-Festival Ruhr, bei dem sich alljährlich die Pianisten Elite der Welt trifft. Mit ihrem Programm, das sie mitbringen wird zu unserem Museumskonzert – Barockes von Scarlatti, verträumte Impromptus von Schubert, eruptive Emotionalität bei Beethovens „Appassionata“ gibt sie einen Beweis ihrer großen Wandlungsfähigkeit.

George Li

Erst zehn Jahre alt ist der amerikanische Pianist George Li, Sohn chinesischer Einwanderer, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Boston Steinway Hall. Als Sechzehnjähriger debütiert er mit großem Erfolg in New York und begeistert Barak Obama und Angela Merkel mit seinem Spiel im Weißen Haus. In der Folgezeit wird der junge Senkrechtstarter mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seine außergewöhnliche, weit über sein Alter hinausgehende musikalische Reife sowie die stupende Technik und Klangschönheit seines Tons tragen ihm das Lob der Fachleute und die Herzen der Konzertbesucher gleichermaßen zu.

Beim internationalen Tschaikowski-Wettbewerb 2015 in Moskau, einem der weltweit wichtigsten Wettbewerbe, kann er sich nach einem spektakulären Finale die Silbermedaille sichern. Dieser Erfolg öffnet ihm die bedeutenden Konzerthäuser von San Franzisco über Europa bis China und Japan. Zu den weltweit bekannten Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitet, zählen Gergiev, Dudamel, Petrenko, Tilson Thomas, Long Yu, er konzertiert regelmäßig mit führenden amerikanischen, europäischen und asiatischen Orchestern und ist gern gesehener Gast bei internationalen Festspielen von Miami bis Wladiwostok.

Zu den Höhepunkten der vergangenen Saison gehören seine Debüts mit dem London Philharmonic, Montreal und Tokyo Symphony, eine Tournee durch die USA mit dem renommierten Russischen National Orchester unter Mikhail Pletnev sowie eine Rezital-Tournee durch elf Städte Chinas.

Joseph Moog

Kritiker bezeichnen den 1987 als Sohn zweier Musiker geborenen Joseph Moog als einen der interessantesten Interpreten seiner Generation, der die seltene Gabe hat, atemberaubende Virtuosität mit einer reifen, tiefgründigen und intelligenten Musikalität zu verbinden. Er beherrscht nicht nur die große Klavierliteratur, sondern nimmt auch gerne seltener gespielte oder in Vergessenheit geratene Werke in sein Repertoire auf.

Seit 2012 wurde er mit drei großen internationalen Preisen ausgezeichnet: 2012 als bester Nachwuchskünstler, 2014 mit dem International Classic Award als Instrumentalist des Jahres, 2015 mit dem Grammophone Classical Music Award als Nachwuchskünstler des Jahres. Im Dezember 2015 wurde er für den bedeutendsten Musikpreis der Welt, den Grammy Award, nominiert.

Inzwischen hat er sich längst vom preisgekrönten Rising Star zum international anerkannten Pianisten der jungen Generation entwickelt, der auf den großen Bühnen weltweit von Japan bis Brasilien gefeiert wird. So tritt er regelmäßig in den wichtigen Musikzentren wie Mariinsky Theater in St. Petersburg, Alte Oper Frankfurt, Münchner Gasteig, Royal Albert Hall und Wigmore Hall London, Concertgebouw Amsterdam und in New York auf. Sein umfangreiches Konzertrepertoire führt ihn zur Zusammenarbeit mit den bedeutenden Orchestern der USA, Europas und Asiens unter so namhaften Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin, Thomas Sondergaard, Michael Sanderling, Philippe Entremont und vielen anderen. Ein beeindruckender Schwerpunkt findet sich insbesondere in seiner vielbeachteten und sehr umfangreichen Diskographie, für die er zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt.

Beim Klavier-Festival Ruhr ist er in dieser Saison zum achten Mal in ununterbrochener Folge zu erleben, diesmal mit dem Abschlusskonzert. Nach seinem großen wiederholten Erfolg mit den Bergischen Symphonikern kehrt er jetzt zu seinem dritten Konzert ins Kunstmuseum zurück.

Olga Scheps

Die vielseitige Pianistin Olga Scheps vereint gleich mehrere musikalische Qualitäten in sich, die sie als eine der gefragtesten Pianistinnen ihrer Generation auszeichnen: Außergewöhnliches pianistisches Können, herausragende Musikalität und eine fesselnde Bühnenpräsenz

Geboren in Moskau, entdeckt sie mit vier Jahren das Klavierspielen für sich, das sie nach dem Umzug ihrer Eltern – beide ebenfalls Pianisten und Klavierpädagogen –nach Deutschland intensiviert. Bereits in jungen Jahren entwickelt sie eine beeindruckende Emotionalität und Ausdrucksstärke, mit der sie auch Alfred Brendel begeistert, der sie nachhaltig fördert.

Heute konzertiert sie mit großem Erfolg in weltbekannten Konzerthäusern wie der Elbphilharmonie, der Berliner und Kölner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus, der Zürcher Tonhalle, der Suntory Hall in Tokio, der Cadogan Hall in London. Dabei sind ihre Solo-Recitals ebenso gefragt wie ihre Auftritte als Solistin mit führenden Orchestern unter namhaften Dirigenten sowie ihre kammermusikalischen Projekte.

Einen großen Teil ihres Repertoires widmet sie der romantischen Musik. Ihre besonderen klangbildnerischen Fähigkeiten, musikalische Geschichten zu erzählen, machen sie zu einer idealen Interpretin von Werken der großen Komponisten ihres Geburtslandes Russland.

Seit 2009 ist Olga Scheps Exklusivkünstlerin von Sony Classical und spielte vor Kurzem ihr siebtes Album ein, die alle die Top Ten der offiziellen Klassik Charts erreichten.

Lauren Zhang

Mit Prokofjews zweitem Klavierkonzert gewann sie im Mai 2018 den renommierten Young Musician Contest der BBC. Sie begeisterte nicht nur die Jury, sondern überraschte auch sich selbst und konnte ihren Erfolg kaum glauben. Lauren Zhang, Jahrgang 2001, begann mit vier Jahren in ihrer gebürtigen Heimat New Mexico/USA Klavier zu spielen, mit sechs Jahren nahm sie die Geige dazu.

Die Familie zog nach Birmingham/England, wo Lauren seit 2011 im Junior Department des Royal Birmingham Conservatoire Klavier und Geige studiert, dessen Direktor Julian Lloyd Webber sie als „absolutes Phänomen“ bezeichnet. „Natürliches, unverfälschtes musikalisches Können und eine echte Intelligenz“ werden der jungen Ausnahmebegabung attestiert. Neben verschiedenen Wettbewerben in Großbritannien gewann sie 2016 den Internationalen Klavierwettbewerb in Ettlingen.

Nach ihrem großen Erfolg beim BBC Contest wurde sie zu Auftritten mit Orchestern, zu Solo-Abenden und zu internationalen Festivals eingeladen. Beim diesjährigen Klavier-Festival Ruhr gab die junge Künstlerin ihr Debüt mit einem höchst anspruchsvollen Programm, das sie zum Teil auch bei ihrem Konzert in Solingen spielen wird.

Bildnachweis:
Uwe Arens, Simon Fowler, T. Mardo